Dachauer Zeitzeugengespräch mit Venanzio Gibillini

„Die Erinnerung bleibt unauslöschlich fürs ganze Leben.“

Die KZ-Gedenkstätte setzt am Montag, 23. April 2018, ihre Veranstaltungsreihe „Dachauer Zeitzeugengespräche“ mit dem italienischen Überlebenden Venanzio Gibillini, 1924 in Epinac Les Mines geboren, fort. Am 4. Juli 1944 wird der damals 19-Jährige in Mailand verhaftet und über das Durchgangslager Bozen-Gries und das Konzentrationslager Flossenbürg in das Dachauer Außenlager Kottern verschleppt. Venanzio Gibillini berichtet über 12-Stunden-Schichten, Hunger, Kälte und die Unfassbarkeit der Befreiung.

Venanzio Gibillini, am 24. November 1924 im französischen Epinac les Mines in eine italienische Familie geboren, wächst mit vier Geschwistern im Großraum Mailand auf. 1943 wird er zum Militär einberufen, desertiert aber bald aufgrund der drohenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen. Obwohl „fahnenflüchtig“, findet er im von den Deutschen besetzten Mailand Arbeit in einem Lokomotivdepot unter deutschem Kommando. Nach einem Anschlag der Resistenza wird er jedoch verhaftet und als Deserteur entlarvt.

Über das Durchgangslager Bozen-Gries kommt Venanzio Gibillini im September 1944 in das Konzentrationslager Flossenbürg. Weil er Kenntnisse als Mechaniker hat, wird er bereits im Oktober in das Dachauer Außenlager Kottern verbracht. Dort muss er für die Messerschmitt AG in der Flugzeugteileproduktion arbeiten, bis ihn die SS am 25. April 1945 aufgrund des Herannahens der Alliierten auf einen Todesmarsch schickt. Zwei Tage später wird er, völlig entkräftet, in Pfronten befreit.

Venanzio Gibillini berichtet seit Jahrzehnten in italienischen und deutschen Schulen von seinen Erfahrungen. 2017 erhielt er die höchste Auszeichnung der Stadt Mailand für bürgerschaftliches Engagement, den Ambrogino d‘oro.

 

PROGRAMM

Montag, 23. April 2018, 19 Uhr
im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau;
Pater-Roth-Straße 2a

 

Begrüßung und Einführung:
Dr. Gabriele Hammermann,
Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau

Grußworte:
Renato Cianfarani,
Generalkonsul der Republik Italien

Daniela Di Benedetto,
Präsidentin von Com.It.Es, München

Es berichtet Venanzio Gibillini, Italien.
Das Gespräch findet in italienischer Sprache statt und wird übersetzt.

 

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulats der Republik Italien.

Wir bedanken uns bei Com.It.Es, München, für die freundliche Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung.

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