Ede Zádor (1924-2018)

Die KZ-Gedenkstätte Dachau trauert um Ede Zádor, der im Januar 2018 in Budapest gestorben ist. Wegen seiner jüdischen Herkunft hatte er 1944/45 in mehreren Dachauer KZ-Außenlagern Zwangsarbeit leisten müssen.

Zádor war 1924 in der ungarischen Kleinstadt Apc geboren. Seine wohlhabende Familie verarmte infolge der Wirtschaftskrise 1930 und der antisemitischen Maßnahmen der ungarischen Regierung. Ede Zádor konnte 1942 noch sein Abitur abschließen, danach absolvierte er eine Schlosserlehre in Budapest. Als deutsche Truppen im März 1944 Ungarn besetzten, wurde er zum jüdischen „Arbeitsdienst“ eingezogen.

Im Oktober 1944 ersetzten die deutschen Besatzer die ungarische Kollaborationsregierung durch ein Kabinett der ungarischen nationalsozialistischen „Pfeilkreuzler“. „Arbeitsdienstler“ wie Zádor wurden daraufhin auf quälenden Fußmärschen von Budapest zur nordwestlichen Landesgrenze getrieben und an die SS ausgeliefert. Zádor musste im Dachauer KZ-Außenlager Türkheim schwere Bauarbeiten verrichten, ehe er Ende 1944 ins Außenlager Leonberg überstellt wurde. Dort erkrankte er an Meningitis. Im Frühjahr 1945 wurde Zádor in eines der Dachauer Außenlager in Landsberg gebracht. Er war völlig entkräftet und auf 31 Kilogramm abgemagert, als ihn US-Soldaten Ende April 1945 befreiten.

Zurück in Ungarn erfuhr Zádor, dass die SS seinen Vater in Auschwitz ermordet hatte. Seine Mutter und seine beiden Schwestern hatten die Haft im KZ Mauthausen überlebt. Zádor begann eine Ingenieursausbildung, die er in Leningrad abschloss. Er stieg zum Direktor des Budapester Instituts für Werkzeugmaschinen auf, später war er für den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe unter anderem in Moskau tätig.

Als Mitglied des ungarischen Verbandes der NS-Verfolgten „NÜB“ gehörte Zádor bis 2016 den Delegationen an, die immer am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau die KZ-Gedenkstätte aufsuchen. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seinen vier Töchtern, allen Enkelkindern und Angehörigen.

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