Veranstaltungen der Bildungsabteilung für 2019

Liebe Referentinnen und Referenten, liebe Betreuerinnen und Betreuer,

im Folgenden findet Ihr unser gemeinsames Programm für 2019. Die Informationen werden fortlaufend ergänzt.

Anmeldung: Sofern nicht anders angegeben, bitte für alle Veranstaltungen bis zum Vortag der Fortbildung eine formlose E-Mail an bildung@kz-gedenkstaette-dachau.de.

Parken: Bei Abendveranstaltungen auf dem Gedenkstättengelände ist der Parkplatz hinter dem Verwaltungsflügel geöffnet. Zufahrt über die Alte Römerstraße, ab 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.


Sonntag, 22. September 2019, 14:30 Uhr

Alter Israelitischer Friedhof in München / Rundgang

Treffpunkt: Thalkirchner Straße 240, München

Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in München lässt sich auch an der Geschichte ihrer Friedhöfe nachvollziehen. So zeugen die Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof vom Aufstieg der Gemeinde im 19. Jahrhundert. Der im Jahr 1816, kurz nach der Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde, eröffnete Ort des „ewigen Lebens“ wurde 1908 geschlossen. Auf dem knapp zweieinhalb Hektar großen Gelände befinden sich rund sechstausend Gräber. Die Tore des alten Friedhofs öffnen sich heute äußerst selten, wenn ein Verstorbener in einem der alten Familiengräber bestattet wird, oder für eine der wenigen Führungen. Termin unter Vorbehalt, Anmeldung erforderlich bis 15. September 2019, Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de

Kooperation: Dachauer Forum und Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Hinweis: Beim Betreten des Friedhofs tragen Männer sowie verheiratete Frauen eine Kopfbedeckung.

Achtung: Anmeldung erforderlich bis 15. September 2019, Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de

Bereich: Exkursion

 

Sonntag, 27. September 2019, 19:00-21:00 Uhr
Vortrag: Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit von RIAS und gegenwärtiger Antisemitismus
Referent/-in: Annette Seidel-Arpacı (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern)
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) gibt es in Bayern seit Anfang des Jahres 2019. RIAS möchte Antisemitismus dokumentieren und ist eine Anlaufstelle für Betroffene und Zeug*innen von antisemitischen Vorfällen. Als ein zivilgesellschaftliches Sprachrohr für Erfahrungen und Bedürfnisse möchte RIAS die Gesellschaft für Antisemitismus sensibilisieren und die Auswirkungen von Antisemitismus auf die Betroffenen zeigen. Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS in Bayern wird über die Möglichkeiten und Grenzen von RIAS berichten und auf die bisherige Arbeit in Bayern zurückblicken. Außerdem wird sie konkrete Beispiele von gegenwärtigem Antisemitismus in Deutschland zeigen.

Bereich: Wissen

 


Oktober

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 19:30-21:00 Uhr
Vortrag: Die Angehörigen des Kommandanturstabs des KZ Sachsenhausen und des KZ Dachau im Vergleich. Sozialstruktur, Karrierewege und Verhaltensmuster
Referent/-in: Dr. Andrea Riedle (KZ-Gedenkstätte Dachau)
Ort: Versöhnungskirche Dachau

Zur Veranstaltung: Dr. Andrea Riedle geht in ihrem Vortrag auf die Sozialstruktur und Karrierewege von Tätern im KZ-System ein und zieht daraus Rückschlüsse auf die Personalpolitik der SS-Führung. Anhand des Beispiels des Massenmords an den sowjetischen Kriegsgefangenen 1941/1942 analysiert sie das Verhalten der beteiligten SS-Männer und die Reaktion der Vorgesetzten. Grundlage für die Vortrag von Dr. Andrea Riedle bilden die Ergebnisse ihrer Dissertation über „Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen“ (Berlin 2011) sowie der Aufsatz „Prägungen und Verhaltensmuster. Die Dachauer SS-Täter und der Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen“, der im nächsten Jahr im Begleitband zur Ausstellung über die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem SS-Schießplatz Hebertshausen erscheinen wird.

Bereich: Wissen

 

Freitag, 18. Oktober 2019, 11:00-14:00 Uhr
Exkursion: Ausstellung Erinnerungsort Badehaus und DP-Lager Föhrenwald
Referent/-in: Jonathan Coenen (Erinnerungsort Badhaus Waldram)
Ort: Erinnerungsort Badhaus Waldram, Kolpingpl. 1, 82515 Wolfratshausen

Zur Veranstaltung: Im Wolfratshausener Ortsteil Waldram befand sich von 1937 bis 1945 zunächst eine Wohnsiedlung zur Unterbringung von Beschäftigten der Sprengstoff- und Munitionsfabriken. Neben dem Reichsarbeitsdienst und zivilen Angestellte, wurden hier auch Zwangsarbeiter untergebracht. Nach dem Krieg wurde die Siedlung zu einem Auffanglager für so genannte Displaced Persons (DP), die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik entkommen waren. Ab April 1956 wurden auf dem Gelände Flüchtlingsfamilien aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten angesiedelt, so dass zeitweise Displaced Persons und deutsche Heimatvertriebene gemeinsam auf dem Gelände
des Lagers Föhrenwald lebten. In der erst Ende 2018 eröffneten Ausstellung Badehaus Waldram wird die bewegende Geschichte des Ortes thematisiert. Dabei werden viele spannende Exponate ausgestellt. Wir werden einen Rundgang durch die Ausstellung bekommen und können auch den historischen Ortskern bei einem Rundgang besichtigen.

Achtung: Die Teilnehmendenzahl für diesen Termin ist beschränkt. Anmeldungen bis 11.10.2019. Genauere Absprachen zum Treffpunkt und ggf. der Organisation der Anfahrt erfolgen zeitnah zur Exkursion.

Bereich: Exkursion

 

Montag, 21. Oktober 2019, 19:00-21:00 Uhr
Vortrag: Ehemalige KZ-Außenlager und KZ-Friedhöfe in Bayern. Die Tätigkeit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten abseits der KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg
Referent/-in: Dr. Jascha März (Stiftung Bayerische Gedenkstätten)
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg bilden unumstritten den Mittelpunkt der erinnerungskulturellen Landschaft in Bayern. Ihre nationale und internationale Bedeutung führt jährlich zu immer neuen Besucherrekorden. Über Jahrzehnte fast vergessen aber historisch nicht weniger bedeutsam sind die über 200 ehemaligen Außenlager der beiden Konzentrationslager und die in ganz Bayern verstreuten KZ-Friedhöfe. Seit der Gründung der Stiftung Bayerische Gedenkstätten im Jahr 2003 widmet sie sich neben der Trägerschaft für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg um Erforschung, Sichtbarmachung und Erhalt dieser bislang weniger beachteten Orte. Der Vortrag bietet einen Überblick über die abgeschlossenen Projekte und derzeitigen Planungen der Stiftung an Orten ehemaliger KZ-Außenlager und KZ-Friedhöfen in Bayern.

Bereich: Wissen

 

Donnerstag, 31. Oktober bis Sonntag, 3. November
Exkursion: Gedenkstättenfahrt nach Halle, Oranienburg und Berlin
Veranstalter: Dachauer Forum - Kath. Erwachsenenbildung e.V., Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau, KZ-Gedenkstätte Dachau
Ort: Halle, Oranienburg und Berlin

Zur Veranstaltung: Vom 31. Oktober bis 3. November findet die Gedenkstättenfahrt nach Halle, Oranienburg und Berlin statt. Alle Plätze der Fahrt sind bereits ausgebucht. Wer noch Interesse hat, kann sich gerne auf die Warteliste setzen lassen: info@dachauer-forum.de
Weitere Informationen: https://www.versoehnungskirche-dachau.de/angebote/pages/Veranstaltungen.php

Bereich: Exkursion

 


November

Mittwoch, 13. November 2019, 19:00-21:00 Uhr
Vortrag: Mythen
Referent/-in: Uli Unseld, André Scharf (KZ-Gedenkstätte Dachau)
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Wie bereits angekündigt führen wir unsere Reihe zu den ungeklärten Fragen der KZ- und Gedenkstättengeschichte auch dieses Jahr fort: bitte schickt eure Fragen, Gerüchte, Geschichten direkt und formlos an unseld@kz-gedenkstaette-dachau.de – keine falsche Scheu! Aus den eingesandten Fragen werden wir eine spannende Auswahl treffen und wieder versuchen, den Hintergründen auf die Spur zu kommen!

Bereich: Wissen


Freitag,15. und Samstag, 16. November 2019

Tagesworkshop: Diversitytraining/Selbstkritische Standortbestimmung
Referent/-in: Josephine Apraku & Jule Bönkost
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Seit 2013 arbeitet das IDB (Institut für diskriminierungsfreie Bildung) mit qualifizierten Kooperations- und Netzwerkpartner*innen zusammen. Das IDB verfolgt das Ziel, zum Abbau von Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Klassismus oder Diskriminierung aufgrund von körperlicher Beeinträchtigung, beizutragen und Diskriminierungen bewusst entgegenzutreten. Die Arbeit des IDB baut auf einem diskriminierungskritischen Ansatz auf. Dabei spielen die Perspektiven von diskriminierungserfahrenen Menschen eine zentrale und impulsgebende Rolle. Die Arbeit des IDB fordert die Reflexion der eigenen Eingebundenheit in Machtverhältnisse ein: Ein diskriminierungskritisches Vorgehen fokussiert Handlungsräume und benennt Fallstricke für ein selbstkritisches Eintreten gegen Diskriminierungen, ohne ein vermeintliches Rezeptwissen hierfür vorzugeben.
Während der beiden Tagesworkshops werden die Teilnehmer*innen selbstkritisch ihren Standort bestimmen und in kleinen Gruppen konkrete Beispiele und Problematiken für eine rassismuskritische gedenkstättenpädagogische Arbeit besprechen. Der Workshop wird von Josephine Apraku und Jule Bönkost geleitet. Anmelden könnt ihr euch jeweils für den 15. oder den 16. November.

Achtung: Die Teilnehmendenzahl für diesen Termin ist beschränkt. Anmeldungen bis 02.11.2019.

Bereich: Reflexion

 

Freitag, 28. November 2019, 10:00-12:00 Uhr
Kollegiale Beratung
Referent/-in: Maximilian Lütgens (KZ-Gedenkstätte Dachau)
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Der Termin dient dem strukturierten Austausch über schwierige Situationen im pädagogischen Prozess. Die Kollegiale Beratung ist ein formalisiertes Beratungsgespräch, in dem in Gruppen von 6 bis 9 Referent/-innen wechselseitig, zu aus der Gruppe kommenden Themen beraten und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Es gibt keinen Berater oder Experten von außen, der in die Gruppe kommt. Das macht das Kollegiale an der kollegialen Beratung aus. Pro Abend können ca. 6 Praxisfragen, Probleme und "Fälle" besprochen werden.
Achtung: Die Teilnehmendenzahl für diesen Termin ist beschränkt. Anmeldungen bis 26.11.2019.

Bereich: Reflexion

 


Dezember

06. – 08. Dezember 2019
Workshop: Verunsichernde Orte
Referent/-in: Christian Geissler & Sophie Schmidt
Ort: Seminarraum Verwaltung

Zur Veranstaltung: Das auch bei uns schon mehrfach erfolgreich durchgeführte gedenkstättenpädagogische Weiterbildungsangebot „Verunsichernde Orte“ bietet die Möglichkeit, zentrale Fragen der Praxis historisch-politischer Bildung (nicht nur) an Gedenkstätten zu diskutieren und mit Hilfe von Übungen zu reflektieren. In vertrauensvoller Atmosphäre mit externen Trainer*innen können schwierige Situationen besprochen und ggf. verändertes Verhalten erprobt werden. Dabei stehen pädagogische Aspekte der Vermittlungstätigkeit im Vordergrund: das eigene Selbst- und Rollenverständnis, der Kontakt zu Teilnehmenden und Gruppen sowie der Umgang mit Vermittlungsmedien. Mehr Informationen: http://www.verunsichernde-orte.de/

Achtung: Die Teilnehmendenzahl für diesen Termin ist beschränkt. Anmeldungen bis 29.11.2019

Bereich: Reflexion